Frauenstudiengänge – der falsche Ansatz!

Meine erste Reaktion: Schwachsinn! Nach längerem Überlegen: Bringt nix, einstampfen. Genau wie Mädchenschulen.

Wir leben nun im 21. Jahrhundert und sollten uns von den Diskussionen über „Frauen hier“ – „Männer da“ endlich verabschieden. Dazu gehört allerdings noch eine gehörige Portion umdenken auf beiden Seiten.

  • Angefangen bei den rosa und hellblauen Stramplern (wer kauft denn das? zu 99% die Frauen!)
  • später zu Abenteuer-Spielzeug für Jungs und den Ponyhof für Mädchen (den Quatsch gabs in meiner Kindheit zum Glück noch nicht) – Wer hier die Prägung für zukünftiges Selbstbewustsein und Platz in der Gesellschaft negiert, sollte noch mal die Schulbank drücken.

Ja, in einer bestimmten Lebensphase lieben Mädchen anscheinend alles was rosa ist. Sollte man dann auch nicht verbieten, aber für den Quatsch mit rosa Osterhasen mit dem Aufdruck „für Mädchen“ sollte Ferrero mit Boykott bestraft werden (trotz Mon Cherie – halte ich seit fast 3 Jahren durch).

Ich ging auch auf ein Mädchen-Gymnasium, obwohl ich viel lieber auf das Jungs-Gymnasium mit meinen Klassenkameraden aus der Volksschule gegangen wäre. Aber in den 50ern tat man das nicht. Danach folge noch eine frauenspezifische Ausbildung „Elektrotechnische Assistentin“ und dann der Kulturschock „Fachhochschule“. 600 Studenten und 3 -4 Frauen. Den Schlüssel für die Damentoilette mussten wir immer im Sekretariat holen. ABER: das waren äußerst wichtige Erfahrungen im Umgang mit Männern, die dann ja auch später zu 100% die Arbeitskollegen stellten, die bei Lieferanten und Kunden die Gesprächspartner waren. Ob ein Frauenstudiengang darauf vorbereitet wage ich zu bezweifeln.

Auf der einen Seite werden die Netzwerke der Männer kritisiert, dagegen sollen Netzwerke der Frauen helfen. Nein: bildet endlich gemeinsame Netzwerke. Schüttet die Gräben zwischen den Geschlechtern zu anstatt sie durch den Aufbau eigener Netzwerke zu vertiefen.

Diese Spaltung wird auch durch die Sprache vertieft. Die zum Teil exzessive Nutzung des Binnen-I schadet im meinen Augen mehr als es nutzt. Louise F. Pusch <https://de.wikipedia.org/wiki/Luise_F._Pusch> hat 1984 in ihrem Aufsatz „Das Deutsche als Männersprache. Diagnose und Therapievorschläge den Vorschlag gemacht Berufsbezeichnungen generell als geschlechtslos anzusehen. Wie es auch wunderbar in der englischen Sprache funktioniert. „She is the General“. Leider wurde diese Idee zerschlagen und Frau Pusch schwenkte um und setzt sich seitdem für das Binnen-I ein. Schade!

Ich bin Ingenieur und das bleibe ich auch. Ich brauche kein Anhängsel. Und natürlich fühle und fühlte ich mich immer angesprochen, wenn in einer Anzeige ein Ingenieur gesucht wurde/wird. Ich bin es ja!

Und jetzt noch eine böse Schuldzuweisung: Frauen beschweren sich, dass ihnen die Männerwelt den Zugang zu höheren Positionen verwehrt, dass Männer übergriffig werden etc. Aber wer bitte erzieht auch heute noch überwiegend die Kinder? Wer kauft geschlechterspezifisches Spielzeug und Kleidung? Hier müssen Frauen massiv eingreifen nicht nur als Konsumenten sondern auch auf der Seite der Produzenten und Anbieter.

Frauen in technischen Berufen

In einem Tweet wies auf ein Video zum Gender-Gap in den MINT-Berufen hin https://www.youtube.com/watch?v=QlPsyhTAvhM&feature=youtu.be

Trotz diverser Projekte studieren immer noch wenig Frauen MINT (pendelt seit 20 Jahren bei 25% – 27%) Bei Ingenieurstudiengängen bei 7% (bei mir waren es 0,5%, 600 Studenten und 3 Studentinnen). Untersuchungen, warum dies so ist, gibt es viele:

  • Ein Professor meint zu wissen es liegt an der Art der Motivation: Frauen sind eher intrinsich motiviert, Männer mehr extrinsisch (Geld, Karriere, Anerkennung).
  • Die Frau Professor meint es könne an dem Rollenbild liegen, dass MINT als „unweiblich“ angessehen wird – und Mädchen dies daher ablehnen.
  • Die Beispielstudentin sagt selbst, sie wollte wissen „wie etwas“ funktioniert.

Nach meiner Erfahrung ist es zunächst die (noch) grundlegende (starkt vereinfachte) Denkart: Männer wollen wissen wie etwas funktioniert, Frauen wollen, dass es funktioniert. Das Nachforschen, Untersuchen, auch Herumspielen, ist eine typisch männliche Verhaltesnweise (alles meine unmaßgeblichen Erfahrungen). Die Umwelt, die Mädchen zum stereotypen Frauenbild sozialisiert trägt natürlich noch dazu bei. Leider auch die Mütter, Omas und Tanten!
Umdenken bei der Erziehung tut Not – vor allem in den Köpfen der Eltern.

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Das pinke Gen

Hier muss frau einfach Stellung nehmen: Zum Artikel

Zur 2. Frage (Die erste ist dumm/doof/banal/überflüssig wie ein Kropf): Wäre das Beispiel umgekehrt erzählt worden, dann würden alle Feministinnen „Sexismus“ schreien:

…  …Und mein Gefühl dabei ist oft, provokativ gesagt, eigentlich hätte sich der Designer lieber an einem Porsche und nicht an einer Saftpresse versucht. Darum versieht er eben die Saftpresse mit einem Turbo, der aus 17 Teilen besteht, die man nur schlecht wieder zusammensetzen kann. .. Für mich ein typischer Fall, dem Mann fehlt die entsprechende Erfahrung.“

Es ist ja toll, dass Uta Brandes den Frauen mehr Kompetenz zuschreibt Haushaltsgeräte zu entwickeln als Männer, aber hier wird doch eindeutig impliziert, dass überwiegend Frauen diese Geräte benutzen und das wird nicht in Frage gestellt.

Zu Aussage 4: Auch die Frauenmode wird von Männern beherrscht.

  1. Stimmt, wenn es in die Profi-Liga geht, dann übernehmen meist die Männer.
  2. Ähmm – warum lassen das die Frauen zu? Es gibt tolle Frauen in der Modebranche: Jill Sander, Coco Chanell …..
  3. Ähmm – Frauenmode wird von Männern beherrscht: Tja wer kauft denn die Mode? Wenn diese so unfunktionell und hässlich empfunden würde, hätte sich schon längst etwas besseres durchgesetzt. Das kaufen die Frauen selbst!

Frage 6: Zu Pink:

Hier gebe ich ihr vollkommen recht!

Schlimm daran ist, dass die Gesellschaft Mädchen und Jungen anders bewertet. Alles, was niedlich süßlich, puschelig ist, wird auch später auf den weiblichen Lebenslauf übertragen. Und das Kernige, Harte, Entschlossene, Entscheidungsfreudige steht für Männer. Mädchen erfahren also schon früh weniger Anerkennung.“

„Nur eine Anekdote: Vor einiger Zeit sah ich einen dreijährigen Jungen, der zur pinkfarbenen Seite der Spielwarenabteilung wollte, und sofort zog ihn die Mutter weg und sagte: Das ist nur für Mädchen. So etwas prägt.“

Leider  sehen viele Frauen diesen Einfluß nicht und halten sich nur an der Diskussion an der Farbe rosa fest. Diese alleine ist ja nicht schlimm, aber die Einteilung in weiblich – männlich mit all den Stereotypen mussen wir endlich überwinden.

Letzte FrageIm Deutschen kann ich Sie als Professorin anreden, im Englischen nicht. Ich muss zur Unterscheidung ein „weiblich“ hinzufügen. Übertreiben wir Deutschen es mit dem Gender nicht etwas?

„Meiner Meinung nach müssten die Engländer weibliche Formen wie „teacheress“ oder „professoress“ einführen.“

NNEEEIIIINNNN!!!

Siehe hier: https://www.loreress.de/frauen-quote-gender/

Nicht weil es rosa ist

OK, ich mag die Farbe rosa nicht besonders, Rüschen und Blümchenmuster auch nicht, aber das ist Geschmacksache und darüber sollte frau bekanntlich nicht streiten. Dass kleine Mädchen rosa lieben mag ich mal dahingestellt lassen und wenn die Mama meint, dass das Kleid rosa sein muss, dann soll es halt so sein.

Aaaaaaber, die Farbe rosa bzw. pink wird seit einigen Jahren und aktuell mal wieder ganz verstärkt von der Industrie zur Vermarktung eingesetzt. Zur Vermarktung von Produkten speziell für Mädchen. Ja, auch für Jungs gibt es Ähnliches und das sollte genauso angeprangert werden. Spielsachen, die den Geschlechterunterschied vertiefen, anstatt zu verringern sind überflüssig und schlecht für die Entwicklung der Gesellschaft. Auf der einen Seite wird von Unternehmen, Regierung und sonstigen Organisationen (nicht zu Unrecht) herausgestellt, dass Frauen doch bitte schön auch Karriere machen, technische Berufe ergreifen (Fachkräftemangel) und doch bitte Vollzeit arbeiten sollten (Altersarmut). Und dann kommen Überraschungseier speziell für Mädchen, „Lego Friends“ und sonstige, die ein gänzlich anderes Frauenbild darstellen.

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Frauenquote

Schon lange mühe ich mich um eine Meinung zur Quote, der Frauenquote natürlich. Brauchen wir die? Ist sie nützlich? Oder eher contraproduktiv?

Die Norweger werden oft als leuchtendes Beispiel hingestellt, dort gibt es die Quote schon länger. Verfechter beider Seiten führen Argumente an, aber mich überzeugen keine so richtig. Sicher werden durch eine Vorgabe mehr Frauen in Führungspositionen kommen, aber persönlich möchte ich keine Quotenfrau sein, sondern den Job auf „normale“ Weise bekommen.

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Frauenquote

Heute wurde (es wurde auch Zeit) eine Diskussion bei den Webgrrls angestossen „was ist mit der Frauenquote“. Zwar hat der Verein die Nürnberger Resolution mit unterstützt/unterzeichnet. Insofern ist die offizielle Position der webgrrls auf jeden Fall „pro Quote“.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht darüber diskutieren und dass auch einige (viele?) gegen die Quote sind.

Meine Meinung: Ich bin hin- und hergerissen:
Pro: weil sich sonst nichts bewegt

Contra

  • Ich will eine Quotenfrau sein
  • Unternehmen müssen selbst bestimmen können, wer sie führt
  • Gleichmacherrei per Gesetz ist schäglich für die Demokratie
  • dann gibt es neben dem Männer-Klüngel noch einen frauenklüngel
  • dann werden eben die Frauen, Schwestern etrc. der Familie rekrutiert.

Studie zu Norwegen (mit pro + contra Argumenten):
http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/07310.pdf

Ob ich die Petition unterzeichne: Nein!