Twitter und die Bundestagswahl

Es ist ja einfach lächerlich, was der Bundeswahlleiter so äussert: „er wisse nicht, wie man die Vorveröffentlichung der Prognose von 16:30 per Twitter stoppen könnte“. Herr Bundeswahlleiter, das ist ganz einfach: Lass die Umfrage einfach weg. Dann bricht zwar der Umsatz der Umfrageinstitute etwas ein, aber das werden die schon verkraften.
Twitter lässt sich nicht stoppen, das Geltungsbedürfnis anonym twitternder Politiker oder anderer Wahlhelfer oder Umfrager auch nicht. Also, weg damit!

Das hätte auch den Charme, dass alle Fernsehzuschauer in den Genuss der unvorbereiteten Gesichtsausdrücke der PolitikerInnen zu kommen. Jetzt können die sich ja schon 1,5 h auf das angenommene Ergebnis vorbereiten. Ich fände das toll!

Alles Andere funktioniert sowie so nicht!

Ein Gedanke zu “Twitter und die Bundestagswahl

  1. Die Umfragen können ruhig vorab gemacht werden. Nur sollten die Ergebnisse derselben vor Schließung der Wahllokale an niemanden weitergegeben werden. Ich sehe nämlich nicht ein, daß Spitzenpolitiker anders behandelt werden als die „normale“ Bevölkerung. Das Veröffentlichungsverbot sollte uneingeschränkt für alle gelten.

    Abgesehen davon würde es den meisten Politikern sowieso sehr gut zu Gesicht stehen, am Wahlabend einfach mal die Klappe zu halten. Seit Jahren laufen die „Gespräche“ immer nach demselben Schema ab. Die Reporter bemühen sich, aus den Spitzenkandidaten etwas Neues herauszukitzeln, während diese zu diesem Zeitpunkt gar nichts Neues zu bieten haben. Das ist ungefähr so, als wenn man jemanden, der gerade von einer Singlebörse kommt, wo er das „Angebot“ gesichtet hat, danach fragt, wen er denn nun heiraten wird.

    Und die Medien sollten sich darüber im Klaren sein, daß sie am Wahlabend wirklich nichts besseres und wichtigeres zu tun haben, als die Ergebnisse nach Schließung der Wahllokale schnell und präzise zu vermelden. Koalitionsgespräche werden immer erst in der folgenden Woche geführt, und die Politiker sind am Abend noch damit beschäftigt, sich zu freuen oder sich zu ärgern, je nach Wahlergebnis.

    Ich möchte denen dabei auch gar nicht zuschauen.