Politik 2.0 – Was ist das? Was könnte das sein?

Es ist auf alle Fälle nicht etwas, was es noch nicht gibt – bei keiner der Parteien. Es geht auch nicht mit den aktuellen Parteien. Es braucht dazu ganz andere Strukturen,

Politik 1.0: Das sind die Parteien. Ich schreibe mit Absicht nicht die „etablierten“ sondern „die Parteien“. denn das Konzept der Politik 1.0 wird auch durch eine Partei, die sich 2.0 auf die Fahnen scheibt nicht geändert. Parteien sind Politik 1.0!

Politik 2.0 ist NICHT die Einbeziehung des Internet, sind nicht Online-Abstimmungen und Online-Diskussionen. Dadurch wird nichts an dem grundlegenden Konzept verändert.

Politik der nachhaltigen Art kann nicht auf Basis von Parteien funktionieren. Parteien haben ein Grundsatzprogramm, ein Vollprogramm und machen in Koalitionen ganz anderes, als die Wähler von ihnen erwarten. Offiziell gbt es keinen Fraktionszwang, aber er wird offen gelebt. Da werden Anträge von anderen abgelehnt und etwas umformuliert als eigener Antrag eingebracht, nur um sagen zu könen „das haben WIR geschafft“. schwachsinn!

Wir brauchen eine Diskussion zu einer anderen Struktur. Ein ThinkTank wäre sinnvoll. Mit Menschen, die über das aktuelle System hinausschauen und denken können. Menschen, denen nicht die eigene partei wichtig ist, sondern das gemeinwohl.

Gibt es das irgenswo?
Wer könnte das initiieren?
Wird lange dauern, aber lohnend!

Ein Gedanke zu “Politik 2.0 – Was ist das? Was könnte das sein?

  1. Liebe Lore,

    Politik 2.0 als Begriff für eine Utopie geht nicht mit den aktuellen Menschen, vor Allem nicht im Großen. Parteien sind Strukturen, um große Menschenmengen in der Politik zu kanalisieren. Schlecht arbeiten keineswegs nur die “etablierten”. Gerade die, die sich 2.0 auf die Fahnen scheiben, können besonders gut durch Absprachen und Machtkartelle von Innen gelenkt werden. Dabei wird natürlich nicht die größtmögliche Übereinkunft aller Mitglieder angestrebt. Sondern Seilschaften oder Kader versuchen, den Rest zu manipulieren.

    Die Einbeziehung des Internet, Online-Abstimmungen und Online-Diskussionen sind Möglichkeiten, damit viele Menschen an vielen Orten an der Willensbildung teilnehmen können. Die Manipulation durch Nichtweitergabe von Informationen und so genanntes Herrschaftswissen wird zumindest schwieriger.

    Parteien sind Strukturen, genau wie Staaten Strukturen sind, um das Zusammenleben von Menschen zu regeln.
    Das heißt für mich, dass sie grundsätzlich etwas Gutes sind.

    Der ideale Mensch, der in der idealen Anarchie leben kann, ist eine Utopie. Utopien sind brandgefährlich. Utopisten bringen andere Menschen ganz uneigennützig für deren Seelenheil um.

    Parteien haben ein Grundsatzprogramm und ein Vollprogramm und müssen sich in Wahlen immer wieder daran messen lassen, wie ernst sie beide selbst nehmen. Wenn sie in Koalitionen ganz anderes machen, als die Wähler von ihnen erwarten, müssen sie diese Entscheidungen zumindest gut begründen.

    Es gibt einen offiziellen Fraktionszwang. Er darf offen in Geschäftsordnungen gelebt werden.

    Anträge von anderen ablehnen oder ein bisschen umformulieren und als eigenen Antrag einbringen statt einfach einem guten Antrag anderer zuzustimmen, halte auch ich für Schwachsinn.

    Wir brauchen meines Erachtens nicht eine Diskussion über eine andere Struktur. Die haben die Piraten ständig geführt und schau, wie wenig dabei heraus kommt! Das Problem bei den Piraten war darüber hinaus ihr ständig schlechtes Benehmen. Zudem war intransparentes Handeln einiger weniger hinter den Kulissen und Mobben bei ihnen die traurige Regel.

    Ein ThinkTank ist immer sinnvoll. Viele Menschen schauen über das aktuelle System hinaus. Sie lehnen das Gockelgehabe vieler in vielen Parteien ab. Sie wollen Lösungen finden und dabei durchaus natürlich und verständlich ihre eigene Meinung durchsetzen. Wichtig scheint mir dabei, dass diese Vorgänge möglichst transparent verlaufen. Dann könnte das Gemeinwohl gewinnen.

    Ich versuche es jetzt im Kleinen – in Weitersburg – im Gemeinderat. Ich versuche es jetzt in einer Partei, in der gutes bis ausgezeichnetes Benehmen herrscht. Gewisse Absprachen und unterschiedliche Vorlieben werden als menschlich hingenommen. Mein Leben ist endlich. Aber wir können schreiben und lesen und unsere Erfahrungen und Erkenntnisse teilen.

    Ich würde es als Modellprojekt sehen. Wie lange es dauert, weiß ich nicht. Aber lohnend finde ich es schon jetzt.

    Herzliche Grüße und ebensolchen Dank für viele wertvolle Denkanstöße von Paul Peter Baum