Pirat – Innen

PiratenPiratenpartei = Männerverein? Da ist doch eine Diskussionswelle an mir vorbeigelaufen (Asche auf mein Haupt).
Zurück zur Sache: Piraten diskutieren über eine Sache und nicht über Befindlichkeiten. Also ist klar, dass es hier keine Gender- oder Feminismusdebatte notwendig wird. Wieso beklagt z. B. Antje Schrupp, dass die Piratenpartei „sexistisch“ sei, andere beklagen, dass zu wenig Frauen in Ämtern vertreten seien – dann engagiert Euch doch dabei, anstelle zu jammern!

Ich finde es gut, dass es in dieser neuen Partei keine Quotenregelung gibt. Hier können sich Frauen engagieren und entsprechend mitreden. Tun sie das nicht, sind sie selbst schuld. Das bedeutet, wir fangen so richtig bei Null an – und schauen zu wie es sich entwickelt. Hierzu beispielhaft : „Silke und die Pirstenpartei“  und „Feder & Herd“ hierbei sprechen mir die Kommentare von Pallas (13.9.) und tschill (15.9.) aus der Seele. Das sage ich zunächst mal als noch-nicht-Mitglied, die noch keine Kreis-, Landes- oder Bundesversammlung kennengelernt hat. Solang ich nicht erleben muss, dass die gleichen Machtspielchen wie in den etablierten Parteien gespielt werden, braucht es auch keine Genderdebatte – innerparteilich.

In der realen Welt gelten allerdings noch andere Gesetzmäßigkeiten. Solange noch große Bevölkerungsteile und vor allem Männer, die an entscheidenden Stellen tätig sind, Frauen auf Grund ihres Geschlechts diskriminieren, kann dieses Thema nicht unter den Teppich gekehrt werden (siehe auch oben genannte Kommentare).

Im „Feder & Herd“-Blog schreibt Mela, dass sie keine Quotenregelung benötigt, sie spricht für sich selbst. Ja, das tut ich auch – aber das gilt leider noch nicht für alle Frauen.

Wir müssen keine Feminismus-Debatte mehr führen wie  in den 70ern, sondern heute müssen wir eine allgemeine Gleichstellungsdebatte führen und alle Diskriminierungen aufdecken: der unterdrückte Junge, der Baletttänzer werden will, die junge Lehrerin, die mit Kopftuch unterrichten möchte, die Frau, die Kinder und Karriere will und den Mann, der lieber den Haushalt führen will. Auch die Piratenpartei muss dieses Thema ernst nehmen, denn das sind unsere Freiheiten. Freiheit ist nicht nur die Redefreiheit, sondern auch die Freiheit, unabhängig von Geschlecht, Religion etc. sein Leben leben zu können (Straftaten ausgeschlossen).

Das Engagement der Feministinnen der 70er Jahre (und der davor) darf dabei nicht in die Tonne getreten wird. Eine Reihe der heute als selbstverständlich angesehenen Dinge haben sie mit vorangebracht. Erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr in der Ehe und der Ehemann kann der Frau nicht mehr verbieten arbeiten zu gehen. Vom $218 mal ganz zu schweigen. Also, keine Feministinnen-Beschimpfung bitte!
Aber die Diskussion muss weiter geführt werden.

Und das xxxInnen (das Binnen I)? – da knabbere ich noch dran :-)

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