#opco11 – 2: Social Learning im Unternehmen

Viele Beiträge, die ich gelesen habe beziehen sich auf Bildung = Schule und Hochschule. Es ist von Schülern und Studenten, Lehrern u nd Dozenten die Rede. Doch was passiert in den Unternehmen heute? Ich spreche mal nicht von den überirdischen Vorreitern die immer angeführt werden, sondern den anderen, den Unternehmen „next door“.

Ich erinnere mich an meine Tätigkeit bei HP (in einem meiner vor-vorigen Leben). Das war noch vor Web 1.0, dennoch wurde hier die Zusammenarbeit, das Miteinander sehr groß geschrieben. Damals wurde wir in unserem Großraumbüro mir niedrigen Trennwänden häufig wie Tiere im Zoo den Besuchern vorgeführt. HP unterstütze das Zusammenarbeiten und die interne Kommunikation sehr bewusst. Es gab Kaffeeautomaten mit Stehtischen und Sitzecken im ganzen Haus verteilt und natürlich keine Einzelzimmer. Eine solche Einstellung der Unternehmensführung wird auch benötigt, wenn die Kommunikation nicht nur am Kaffeepot sondern auch online funktionieren soll.

Betrachten wir die Trainingssituation in Unternehmen, so dominieren immer noch klassische Gießkannentrainings, durchsetzt mit WBTs, die aus irgendwelchen rechtlichen Gründen absolviert werden müssen. Dass eine Umstellung auf das, was heute unter „Social Learning“ läuft, sinnvoll ist, wissen wir alle. Die Frage ist, wie kann eine Umstellung erreicht werden?

Es sind mehrere Gruppen (Shareholder) beteiligt, die wesentlichen:

  • Unternehmensführung
  • Trainingsabteilung/Personalentwicklung
  • IT-Abteilung
  • Mitarbeiter

Unternehmensführung ist verantwortlich:

  • für eine offene Unternehmeskommunikation (ich meine damit nicht den Blog, den die Marketingabtielung für die Kunden und Interessenten schreibt)
  • dafür, dass das Weitergeben von Wissen anerkannt und belohnt wird
  • Antibeispiel habe ich auch in einem meiner vor-vorigen Leben erlebt: Starke Ausrichtung auf Vertrieb, Belohnung und Auszeichnung der besten Verkäufer, Motto: „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Mit der Folge, dass jeder auf seinen Erkenntnissen und Erfahrtungen sitzen blieb und natürlich nichts weitergegeben wurde.
  • Zwischenbemerkung: Da gab es doch auch immer so eine Projektgruppe, die sich mit „Wissensmanagement“ befasst hat. Könnte man die vielleicht endlich mal mit der Trainingsabteilung, und Personalentwicklung zusammentun? Communities of Practice gabs doch auch schon mal, oder?
  • dafür, dass ausreichend Ressourcen zur verfügung gestellt werden. Was nützt der schönste Sharepoint-Server (ja, damit kann man im Unternehmen viel anstellen), wenn wegen Ressourcenmangel in der IT-Abteilung alle Collaborationsfunktionen gekappt werden und nur die Dateiablage übrig bleibt „Wir haben niemand, der Zeit für den Support und die Schulung der Anwender hätte“.

Trainingsabteilung / Personalentwicklung

Müssen sich Mitarbeiter auch verändern? Haben sie sich schon verändert? (Bitte hier nicht wieder Gen Y anführen !) Wenn man die aktuellen Zahlen der Nutzung con Sozialen Netzen  ansieht (Quelle: http://www.bitkom.org/de/presse/8477_67667.aspx), dann muss eigentlich die Konsequenz sein:

Nutzt die Social Network Services auch im Unternehmen!

Paul_some1

6 Gedanken zu “#opco11 – 2: Social Learning im Unternehmen

  1. Ja Andrea, das wäre eine Möglihkeit. Ich glaube am besten kriegt man sie immer noch über einen definierbaren Business Case! Zeige Ihnen, dass Sie einen Vorteil davon haben. Das betrifft nicht nur die Unternehmensführung, sondern auch die Mitarbeiter. Auch wenn viele auf Facebook vertreten sind, können sie sich nicht vorstellen, dass sie auch beruflich von Social Media profitieren können.

  2. Sehr schön! – Die Einschätzung dürfte stimmen, dass Unternehmen sich weiterhin schwer tun werden. Vielleicht fängt man bei kleineren Firmen, die mit Umweltbewusstsein und sozialer Verantwortung werbern, an?Andrea

  3. Klingt eigentlich nach einem großartigen Betätigungsfeld „Personalentwicklung 2.0“. Ich fürchte aber auch, dass die meisten Unternehmen eher eine abwartende Haltung einnehmen. Schade eigentlich. Es könnte ja auch ein Wettbewerbsvorteil sein oder „einfach“ zufriedenere Mitarbeiter „produzieren“. Ohne den erforderlichen Wandel der Unternehmenskultur können die Tools vermutlich höchstens als Anstoß wirken.

  4. Treffende Darstellung der aktuellen Situation, Lore. Viele Unternehmen sehen keine Dringlichkeit, sich mit den neuen Technologien und Möglichkeiten zu beschäftigen. Und sie haben wahrscheinlich sogar Recht, darauf zu vertrauen, dass irgendwann die Sharepoints, Communities und Digital Residents einfach da sind. Was sie jedoch verschenken, wenn sie sich nicht aktiv um diese Themen bemühen, die ja alle irgendwie um die Verbindung formeller und informeller Strukturen (Kommunikation. Kollaboration, Lernen) kreisen, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich denke, dass uns Ellen Trude hier sicher auch noch etwas auf den Weg mitgeben kann.Beste Grüße, Jochen