#opco11 – 10: 5 Antworten zu „Was leisten Soziale Lernplattformen“

Dörte Giebel hat 5 Fragen zu Sozialen Lernplattformen gestellt.

Frage 1:  Was können die Absolventen/innen mitnehmen, wenn sie nach Abschluss der SLP entwachsen?
Dies würde ich in die Selbstverantwortung der Lerner legen.

Frage 2: Wie gelingt Community Building diesseits der kritischen Masse?
Die Frage muss, man denke ich, abhängig machen von Kontext: Schule, Studium, Unternehmensintern oder Weiterbildung bei einem der vielen Anbieter.
Ich konzentriere mich mal auf die letzten beiden Punkte: Communitybildung ist stark von der Anzahl der Teilnehmer abhängig. Diese kritische Masse wird in den normalen Bildungsangeboten (nicht-opco-Angebote) nie erreicht. Das bedeutet, dass wir in den Seminaren oder Kursen nur eine Community simulieren. Es werden zwar die Social Networking Tools eingesetzt, aber eine echte „Vernetzung“ gibt es da nicht. Aber, ich stelle mir vor, dass es eine übergeordnete Community gibt, zu welcher jeder Zutritt hat, und über diese Plattform der Zugang zu den Lerngruppen erfolgt. So kann sich nach einer gewissen Zeit (und mit Unterstüzung aus den Absolventen der Kurse und Interessierten eine Community bilden.In welcher dann der informelle Austausch erfolgt.

Frage 3: Wieviel Open Course ist in formalen Weiterbildungsstrukturen möglich?
Sofern ich als Weiterbildungsanbieter in der Seminarbeschreibung detailliert beschreibe wie der Kurs „funktioniert“, was von dem Teilnehmern erwartet wird und was das Lernziel ist, denke ich ist alles möglich. Das Problem mit dem Regress sehe ich da erst mal nicht.
Eine andere Frage ist das Zertifikat, Teilnehmebescheinigung oder was immer so ausgestellt wird. Bei non-formalen Bidungsangeboten obliegt das der Reputation des Anbieters. Wie ich einen Leistungsnachweis definiere muss ich mir als Anbieter gründlich überlegen.Ich sehe aber auch keinen Bruch darin, das offene, im wesentlichen ungesteuerte Lernen mit eim althergebrachten Leistungstest abzuschließen.

Frage 4: Wofür zahlen Teilnehmer/innen heutzutage: für Content oder Connectivity?
Also ich zahle für Zielerreichung!
Kaum einer macht eine Weiterbildung nur so aus Spaß, sondern es werden bestimmte Erwartungen vorliegen „nach dem Kurs kann ich …“, „habe ich ein Zertifikat, das mir bei Bewerbungen hilft“ etc. Daran werden Weiterbildungen gemessen.
Bei der Auswahl eines Kurses muss ich natürlich wissen, was da so auf mich zukommt. Einer lernt lieber so, der andere so. Wir müssen uns auch vor Augen halten, dass Networked Learning noch nicht „inder Mitte der Gesellschaft“ angekommen ist. Die Teilehmer an opco11 und gar die Aktiven sind einige wenige. Ich hatte früher zu eLearning schon mal die Analgogie der Mount Everest Besteiung herangezogen: Opco11 verlässt gerade das Basislager , während die meisten anderen noch nicht einmal den Rucksack gepackt haben.
Zurück zum Monetäten:
Ich habe mein ursprünglich mal in gedruckter Form verkauftes Buch komplett online gestellt und jeder kann es lesen. In den Trainings verwende ich auch die Inhalte aus dem Buch und verweise auch darauf, aber die Teilnehmer zahlen dafür dass sie üben können, Fragen diskutieren können und qualifiziertes Feedback erhalten.
Wie dies bei großen Anbietern ausgestaltet werden kann, muss denke ich auch themenbezogen betrachtet werden.

 

Siehe auch Anja Lorenz: http://anjalorenz.wordpress.com/2011/05/26/wofur-bezahlt-man-im-e-learning/ und http://khpape.wordpress.com/2011/05/26/trainingsorganisation-ohne-eigenen-con…

Frage 5: Was macht die Qualität eines Weiterbildungsangebotes aus?
Wenn das Ziel erreicht wird!

2 Gedanken zu “#opco11 – 10: 5 Antworten zu „Was leisten Soziale Lernplattformen“

  1. Liebe Lore,zur Frage 4, wofür zahlen die Teilnehmenden, erlebe ich es in einem Blended Learning Setting mit 8wöchiger online Phase: sie zahlen fürs „getaktet werden“. Auch wenn das verwendete Material komplett frei im Netz verfügbar ist, sie zahlen fürs „Da durchgeführt werden“, „Getaktet werden“, Strukturierte Häppchen bekommen, Hausaufgaben bekommen, Vernetzt werden und Feedback zu bekommen. Also für den Guide, den Vernetzer, den Koch, den Streckenführer, um die MountEverest Analogie aufzugreifen. Was ist dann Ziellereichung genauer? Ich denke nicht allein das Zertifikat, sondern schon das Lernen entlang des Weges, der Wissenszuwachs, der Entstehende Lernen miteinander reflektierend. So erlebe ich das in meinen Seminaren der Erwachsenenbildung/Weiterbildung.Um darauf weiter zu reagieren: ja, ich glaube im OPCO treffen sich eher die Sherpas und Guides, nicht die normalen Wanderer. Ist auch so gedacht und ok für uns 😉 Viel Spass uns allen weiter beim Wandern 😉 Gruss Claudia Bremer

  2. Danke für die klaren Antworten! Vor allem die Überlegungen zu Frage 4 finde ich sehr bedenkenswert. Die Zielerreichung macht Wert und Qualität aus. Gleichzeitig ist uns Weiterbldner/innen ja auch klar, dass ohne eigenes Zutun der Teilnehmer/innen kein Ziel zu erreichen ist. Und weil die Lernenden derzeit sehr unterschiedliche Voraussetzungen gerade auch hinsichtlich der Mediennutzung mitbringen, braucht es aus meiner Sicht immer parallele Angebote – oder aber eine klare Aussage, wie in dem jeweils angebotenen Lehrgang (o.ä.) Wissen und Fertigkeiten vermittelt werden.Oder um im Bild zu bleiben: Nicht jeder will den Mount Everest besteigen, muss ja auch nicht sein, schöne Gipfelerlebnisse lassen sich auch anders erzeugen. Der Vollständigkeit halber: Hier habe ich die Fragen gestellt: http://netzfaktorei.de/2011/05/25/lms-2-0-oder-was-leisten-soziale-lernlattfo