„Netz-Kinder“

Die Überschrift Wir, die Netz-Kinder“ machte mich sehr skeptisch, da ich das Gefasel über die Netz-Generation (zum aktuellen Zeitpunkt) für falsch und auch glaubhaft wiederlegt halte. Aber da der Autor gleich zu Beginn sich auch von einer „Generationen-Zuordung“ distanzierte las ich weiter. Dann kam aber doch dieses „Wir, die Netz-Kinder; die mit dem Internet und im Internet aufgewachsen sind, wir sind eine Generation,…“.
Dieses unsägliche „wir“ das Andere (Altersstufen?) ausgrenzt, zieht sich durch den ganzen Artikel in einer sehr verklärenden Form. Entschuldigend kann man sagen, der Autor isr nun mal ein Lyriker, da kann so eine Aussage schon mal poetisch verklärt geschrieben werden. ABER bitte, schreibt das auch in die Einleitung, damit der Text nicht plötzlich in den Mainstream-Medien als neue Studie auftaucht.

Streicht man das „wir“ raus, dann bleiben ein paar sehr gute Aussagen:

  • Für (uns) ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit präsente Schicht, die mit der körperlichen Umgebung verflochten ist. Mir zu poetisch
  • (Wir) finden im Netz die Filme, die (wir) als Kinder gesehen haben und (wir) zeigen sie unseren Kindern, genauso wie ihr uns die Geschichte von Rotkäppchen oder Goldlöckchen erzählt habt. Könnt ihr euch vorstellen, dass euch jemand deswegen anklagt, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben? (Wir) auch nicht.
  • Die Gesellschaft ist ein Netzwerk, keine Hierarchie.

Eine gute Vorlage für ein allgemeines Statement an die Politik!

Auch bei Zeit Online gibt es einige Kommentare dazu.

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