Es war einmal …

beginnen alle Märchen – gibt es ein Happy End oder einen Alptraum?

Und hier die Geschichte:
Es war einmal ein in die Jahre gekommenes Kurstädtchen, das viel Mühe und Kosten aufbrachte, um die Stadt attraktiv zu machen. Daraus resultierten natürlich viele Schulden.
Da klopfte plötzlich eine Fee in Gestalt eines chinesischen Investors an die Tür. Er interessiert sich für das – wie die Bürger sagen – Filetstückchen: ein Gelände, das als Gewerbegebiet genutzt werden soll. Das ganze Areal ist der „Quellenpark“ in Bad Vilbel. Die ofizielle Beschreibung:
„Das rund 80 Hektar große Baugebiet liegt am nordöstlichen Stadtrand. Mit der Vermessung und der Erschließung ist bereits begonnen worden. Bei dem Quellenpark handelt es sich um eine der größten Baulandreserven der Region, verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Unmittelbare Anbindung an die vierspurig ausgebaute Kraftfahrstraße B 3, die ihrerseits in die A661 mündet. Unmittelbarer S-Bahn Anschluss sowie Innenstadtnähe runden das Profil ab.
Der hochwertige und zentrale Dienstleistungsbereich mit ca. 37 Hektar liegt im Westen des neuen Baugebietes und wird tausende Arbeitsplätze aufnehmen können.
Im Osten des Gebietes gelegen, bietet das Wohngebiet eine neue Heimat für ca. 2.750 Menschen. Somit wird die planerische Zielsetzung – Wohnen nahe am Arbeitsplatz – hervorragend umgesetzt.“

Und da soll nun, wenn man die Äusserungen des potentiellen Investors richtig interpretiert hat, ein Großhandelszentrum auf 200 000 Quadratmetern für 700 Millionen gebaut werden. Ein „Dragon-mart“ in Bad Vilbel?

Die mächenhafte Seite: Viele Einnahmen der Stadt

Die alptraumhaften Fragen:

  • Über den Investor ist sehr wenig bekannt, die Webseite http://www.shzhongqi.com/en/company.asp gibt auch keine Informationen her, ausser, dass die Gruppe im Jahre 2006 gegründet wurde. Entpuppt es sich als Schwindel?
  • Womit verdient das Unternehmen sein Geld? Geldwäsche?
  • Was soll gebaut werden? Bis jetzt liegt keine klare Beschreibung vor, was dort entstehen soll.

Was bringt eine  Freundschaftsvereinbarung mit Linyi

  • Die Stadt Linyi ist bekannt für Menschenrechtsverletzungen (http://www.news.de/politik/855302418/chinesischer-dissident-sorgt-mit-flucht-fuer-aufregung/1/)
  • Die Stadt Linyi hat ca. 11 Millionen Einwohner, Bad Vilbel ca. 32.400: wo ist da das Gleichgewicht? Wo sind Anknüpfungspunkte?

Fragen über Fragen: Hoffen wir, dass die Bad Vilbeler Bürger aufpassen und mitsprechen und sich die Befürworter des Projekts gut beraten lassen und sich nicht über den Tisch ziehen lassen.

Podiumsdiskussion zu den Plänen der Stadt und der Vereinbarung mit Linyi am 11.10.2012: http://www.bad-vilbeler-anzeiger.de/allgemeine-seiten/artikel.html?tx_ttnews[tt_news]=32538&cHash=4bbb1989a9

Details:
http://www.fr-online.de/wirtschaft/china-investiert-in-hessen-millionenschwere-verlockung-fuer-bad-vilbel,1472780,16310810.html
Bad Vilbel

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