Elfenbeinmuseum – Kritiklose Darstellung

Es war ein schöner Tag: Gemeinsam mit den ehemaligen „Leidensgenossinnen“ der Käthe-Luter-Schule (Bad Herrenalb) besuchten wir Michelstadt und Erbach im Odenwald. Es gab viel „Hach, wie schön“, „schaut mal hier..“ und getratscht wurde den ganzen Tag.

Der Odenwald hat ein Spezialität: die Elfenbeinschitzerei. Nun ist dies eine Medallie mit zwei Seiten. Auf der einen Seite die Schönheit des Materials und die Skulpturen und Schmuckstücke, die daraus gefertigt werden können, aber auf der anderen Seite die brutale Jagd auf Elefanten, um an die Stoßzähne zu gelangen. Diese dunkle Seite passt aber anscheinend nicht in das Bild der sauberen Städtchen. Die dunkle Seite wird für die Touristen zumindest unterschlagen. Wie würden auch Bilder abgeschlachteter Elefanten in den geputzen Schaufenstern aussehen!

Es gibt ein Elfenbeinmuseum und auch eine „Berufsfachschule für Holz- und Elfenbeinschnitzerei“. Das „Holz und“ wurde in den Namen eingefügt, als 1989 der Handel mit Elfenbein international reguliert (Washingtoner Artenschutzübereinkommen/CITES) wurde.

Leider ist auch im ganzen Musem kein einziger Hinweis darauf zu finden, welchen Schaden der Elfenbeinhandel angerichtet hat, wie Wilderer auch heute noch Elefanten nur des Elfenbein wegens töten: Hier und hier. Von einem Museum, das mit öffentlichen Geldern gefödert wird, das in einem tollen Neubau untergebracht ist und durch das sicher große Mengen von Schulklassen geschleust werden, erwarte ich, dass es auch die Schattenseiten des Materials, die Herkunft und die Problematik des illegalen Handels zeigt.

Selbst die Berufsfachschule verweist mit keinem Wort auf die Problematik des Materials und das ist eine Schande!

Das war übrigens die „Käthe“ :

 

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